Trinkwasserverordnung 2011 (TrinkwV)

18. Januar 2012

Mit der neuen Trinkwasserverordnung, die bereits am 01.November 2011 in Kraft getreten ist, sind wesentliche Änderunen zu beachten, speziell bei “gewerblicher Tätigkeit”. Darunter versteht man insbesondere den vermieteten Wohnraum. Damit sind nahezu alle Mehrfamilienhäuser, die nicht nur von den Eigentümern bewohnt werden, von diesen Änderungen betroffen.
Die Einhaltung der Trinkwasserverordnung liegt im Verantwortungsbereich des Betreibers bzw. Verwalters der Anlage.

- anzeigeplichtige Großanlagen sind:

– Anlagen mit Trinkwassererwärmern mit einem Inhalt über 400 Liter und/oder einem Inhalt über 3 Litern in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle.
– Ein- und Zweifamilienhäuser sind unabhängig vom Inhalt des Trinkwassererwärmers und dem Inhalt der Rohrleitung keine Gebäude mit Großanlagen.
– eine weitere Bedingung für die Anzeigeplicht ist die zielgerichtete Abgabe des Wassers über Duschen in einer gewerblichen Tätigkeit entscheidend. So besteht z.B. keine Meldeplicht, wenn ein Werkstattbetrieb Duschen für die Mitarbeiter bereithält.
– eine weitere Voraussetzung für die Meldeplicht ist, die Möglichkeit dass Tröpfchen über sogenannte Aerosole eingeatmet werden können, was in der Regel nur über tröpfchenbildende Einheiten wie z.B. Duschen möglich ist. Kaufhäuser und Bürogebäude, welche ausschließlich Toiletten und Waschräume ohne Duschen vorhalten, sind somit nicht meldepflichtig bezüglich des Bestandes von Großanlagen.

- Anzeigepflichten bei Inbetriebnahme, Veränderung oder Stilllegung:

Bei der Errichtung und Änderung von Trinkwasser-Installationen in Mehrfamilienhäusern, in denen sich eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet, sind folgende Zeiträume für die Anzeige, d.h. die Meldung beim zuständigen Gesundheitsamt einzuhalten:
          * mindestens 4 Wochen vorher bei:
                         * erstmaliger Inbetriebnahme
                         * Wiederinbetriebnahme
                         * baulichen oder betriebstechnischen Veränderungen, die auf die
                            Beschaffenheit des Trinkwassers wesentliche Auswirkungen haben können,
          * innerhalb von 3 Tagen bei Stilllegung
            Bereits bestehende Gebäude, in denen sich eine Großanlage befindet, sind dem
            Gesundheitsamt unverzüglich anzuzeigen.

- Untersuchungs- und Aufzeichnungsplichten:

Alle Hauseigentümer / Vermieter und Hausverwalter sind dazu verplichtet, bei Großanlagen zur Trinkwassererwärmung  1x jährlich systemische Untersuchungen, d.h. an mehreren repräsentativen Probeentnahmestellen, auf Legionellen von zugelassenen Prüflaboren durchführen zu lassen, wenn Duschen oder andere Einrichtungen, in denen es zu “Vernebelungen von Trinkwasser” kommt, vorhanden sind. Für geeignete Probeentnahmestellen hat der Betreiber zu sorgen. Die Untersuchungsergebnisse sind dem Gesundheitsamt binnen 2 Wochen mitzuteilen und 10 Jahre aufzubewahren.

- Anzeige- und Handlungspflichten bei Nichteinhaltung der Anforderungen:

Bei Überschreiten des Technischen Maßnahmenwertes für Legionellen ist der Betreiber verplichtet, unverzüglich dem Gesundheitsamt Meldung zu machen.

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, oder Sie wenden sich direkt an das zuständige Gesundheitsamt.

 

Ihre Fa. Kühhorn GmbH
+49(9105)990683

 

Quelle: Informationsblatt zur Änderung der Trinkwasserverordnung des Landkreises Fürth

 





1 Kommentar
  1. kuehhorn sagt:

    mal sehen ob im Herbst noch eine Änderung kommt

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